Montag, 22. Dezember 2008

Ich sehe Deutschland

Viel habe ich schon über die Vielseitigkeit dieses Landes gesprochen, doch noch nie wurde es mir so bewusst wie in den letzten Tagen. Im Winter, wenn es hier etwas geregnet hat, werden die Felder grün, das Gras wächst aus jeder Ecke und die Bevölkerung zieht sich warm an. Als wir letzte Woche im anderen Bethlehem (liegt nahe Haifa) Tannenbäume gekauft haben, kam ich mir vor wie in der Eifel. Wir liefen durch den angelegten "Tannenwald" und haben unsere Bäume gesucht. Hinter uns der Mann mit der Säge - warm angezogen, mit dicker Mütze und Handschuhen. Da war er dann plötzlich da, dieser Moment: Bin ich wirklich in Israel oder ist es doch die Eifel.
Wiederum fällt es einem auf, wenn man am See sitzt. Bei schlechtem Wetter erinnert er doch stark an den Ruhrsee oder den Gardasee. Fährt man aus dem Jordantal heraus und schaut nach Rechts oder Links, sieht man plötzlich das Bergische Land. Sitzt man vor dem Kloster auf der Terrasse und schaut in die Bäume, sieht man sich auf einmal bei einer Gartenparty von einen Freund.
Alles Momente bei denen es "Klick" macht und wo man denkt; "hey das kenne ich doch irgendwo her". Wo mir sin is eben Kölle!! Wobei ich den Dom noch nicht gesehen habe...

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Tierfans aufgepasst!!

Häufig werde ich gefragt, wie es denn dem kleinen Kater hier geht. Anlass für mich mal alle Tiere in Tabgha zu Wort kommen zu lassen. (Achtung langer Beitrag!!)
Hier mal eine kleine Übersicht über die etwas anderen Mitbewohner:

Also das hier ist Garfield. Er wohnt bei uns in der Ziviworld und ist ungefähr 3 1/2 Monate alt. Gefunden haben wir ihn in der Orgel. Jetzt läuft er voller Freude durch die Ziviworld und spielt mit jedem Papier, Lappen, Stift den er auf dem Boden finden kann. Am liebsten ist Garfield übrigens meinen Kirschjoghurt. Ein richtiger Feinschmecker also. Wenn er mal nicht durch die Gegend läuft oder Joghurt isst, dann liegt Garfield am liebsten auf dem Sofa oder hinter/vor meinem Laptop...

Das ist Ayla. Husky, trotz Luxusessen ziemlich dünn. Sie ist sechsfache Mutter und wurde vor ungefähr anderthalb Jahren von unseren Altzivis gekauft. Bei den Hunden hat "noch" sie das Ruder in der Hand. Deswegen wird sie von uns auch die Prinzessin genannt. Ihr Gang, ihre manchmal zickige Art... alles passt dazu.

Das hier ist die andere Mutter: Frau Reuter. Auch sie ist seit ungefähr einem Jahr bei uns. Sie ist von Capernaum mit Altzivi Christian nach der Ostermesse zu uns gelaufen. Hat ihr wohl gut bei uns gefallen. Sie ist geblieben und siehe da, jetzt hat sie uns 11 kleine Hundewelpen geschenkt. Deswegen waren wir letzte Woche mit ihr beim Arzt. Jetzt liegt sie leicht angeschlagen vor der Ziviworld angeleint, auch sie wird bald wieder frei laufen können...

So als nächstes kommt der letzte ausgewachsene Haushund. Das ist George. Der einzige Mann im Stall und unser Liebling. Er kam glaub ich Anfang September einfach so zu uns. Am Anfang habe ich ihn gehasst. Lief er einem doch immer nach und ging dabei tierisch auf die Nerven. Ins Herz haben wir ihn dann alle geschlossen, als wir im See schwimmen waren und er uns, obwohl er nicht schwimmen konnte, nachgepaddelt ist. Jetzt ist er einfach nur noch der coolste, schönste und beste Hund den ich kenne. Er mag ganz gerne Schuhe...;)

Dann gibt es auf dem Gelände noch zwei Gehege. Hier fliegen dann verschiedene Vögel herum und auf dem Boden wimmelt es nur so von Nagern... Kaninchen, Meerschweinchen und sogar Wachteln. Die genau Zahl kann man nur schätzen, aber was man sicher weiß, ist dass es fast jeden Monat nachwuchs gibt.

So am Ende möchte ich noch zum jüngsten Nachwuchs kommen. Wie oben schon erwähnt, haben unsere beiden Hunde Damen Nachwuchs bekommen. Bei Ayla waren es sechs und gerade bei Frau Reuter haben wir elf kleine Welpen. Sehr süß die Kleinen, aber leider werden wir sie nicht behalten können. Auch für das Landkloster Tabgha sind es irgendwann genug Tiere...

Beinahe hätte ich noch einen vergessen. Jack sieht aus wie Garfield und wohnt oben bei den beiden Amerikanern. Seine Geschichte liest sich ähnlich wie die von Garfield. Er wurde als kleines Jungchen gefunden und dann mit der Flasche großgezogen. Letzte Woche hatte auch er eine schwere Operation, fit ist schon jetzt wieder... er kratzt, ist verspielt - die meiste Zeit aber schläft er. Was ein schönes Leben muss eine Katze haben ;)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Zu Bethlehem geboren...

Hallo,
dass Nikolausfeiern so extrem lustig sein können, hatten ich vor dem zweiten Advent nicht glauben können und doch haben es die Studenten des 34. Theologischen Studienjahrs aus Jerusalem geschafft mich vom Gegenteil zu überzeugen. Eine Show mit besinnlichen Texten, zwei Engeln die das Buch des Nikolaus geklaut hatten, einer menge Comedy, Adventsmusik vom Studentenchor und einem echten Nikolaus wurde uns geboten. So viele wie an diesem Sonntagnachmittag habe ich die letzte Zeit selten gelacht.

Natürlich war die Nikolausfeier nicht Alles, was wir am verlängerten Wochenende erlebten. Wer eben einmal in Jerusalem ist unternimmt eben noch mehr. So ging es, die Zeit konnte gar nicht passender sein, nach Bethlehem an den biblischen Geburtstort Jesu. Was wir erwarteten war eine mit Pilgern voll gepackte Stadt, 30 Minuten Schlange stehen an der Geburtskirche und zeitaufwendige Kontrollen am Checkpoint. Was uns in der Kirche erwartete war das hier:Eine leere Geburtskirche, ein Bethlehem das seine vielen Touristenläden verloren hatte und einen Checkpoint, den wir fast ohne Kontrolle durchlaufen konnte. Was hatten wir ein Glück, so steht doch in meinem Reiseführer, dass man gut 30 Minuten einrechnen sollte um in die Geburtstgrotte zu gelangen. Wir hatten sie für uns alleine! So konnten wir in aller Ruhe Fotos wie echte Touristen machen und einen Moment der Stille genießen. Obwohl es verschiedene Ansichten über den wahren Geburtsort gibt, ist es für Christen etwas ganz besonders diesen Ort einmal zu besuchen. So fiel eine der wenigen Pilgerinnen, die wir dann doch sahen, vor der Geburtsgrotte zu Boden und war den Tränen nahe. Auch für mich war es etwas Einmaliges hier zwei Wochen vor Weihnachten gewesen zu sein. Ich werde das Evangelium dieses Mal mit etwas anderen Augen sehen. Raus ging es dann wieder durch die "Demutspforte". Sehr klein und eher für Menschen wie mich gemacht...

Das erste Mal habe ich in Bethlehem aber auch die Checkpoint-Situation wahrgenommen. 7 Meter hohe Mauern stellen sich vor einem auf und der Eingang scheint genau so klein wie in der Geburtskirche. Die Kontrollen sind für mich als Deutschen dagegen eher harmlos. Bei der "Einreise" hielt der Polizist seine Hand vor die Augen als ich ihm meinen Ausweis zeigte. So wichtig scheint es wohl nicht gewesen zu sein. Beim austreten wurde man dann schon mehr durchsucht. Wobei man von wirklichen Kontrollen nicht sprechen kann. Am Metalldetektor piepte es bei mir überall, aber keiner schien sich dafür zu interessieren. Wahrlich ich sehe nicht aus wie ein Terrorist und mein Pass tut den Rest, aber den Sinn dieser Mauer stellt man trotzdem danach in Frage.

Nach einem kalten Abend auf dem Dach der Dormitio Abtei und einer erholsamen Nacht im Paulushaus am Damaskustor, ging es am Dienstagmorgen zur Holocaustgedenkstätte - Yad Vashem. Ein sehr beeindruckender Ort, den ich jedem nur empfehlen kann. Aus der Sicht der Opfer, mit vielen Einzelschicksalen, wird der Holocaust beleuchtet. In der Schule habe ich schon viel über dieses Thema gelernt und doch ist es mit gerade als Deutscher in diesem Land wichtig sich mit dem Thema stärker als zuvor auseinander zu setzen. Das Museum bietet dazu den passenden Rahmen. Es ist immer wieder aufs Neue erschreckend auf diese Zeit der deutschen Geschichte zurück zu blicken und doch ist es wichtig sich damit auseinander zu setzen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt. Yad Vashem bietet Platz für die vielen Opfer und dient als ewiges Mahnmal. Ich bin froh dort gewesen zu sein und werde sicherlich noch mal hinfahren, weil man wirklich nicht die ganze Flut der Information aufnehmen kann.

Gleichzeitig lade ich noch ein paar Fotos hoch, die könnt ihr euch hier anschauen.
Liebe Grüße aus Tabgha und eine schöne Adventwoche,

Martin

P.S. Grund für das leere Bethlehem war übrigens das Opferfest der Moslems. Sieht man zurzeit ja auch im TV.

Samstag, 29. November 2008

Advent und Karneval

Hallo zusammen,
erstmal möchte ich mich bedanken. Mein Konto und 9 Posts (REKORD!!) sprechen eine eigene Sprache. Um es aber nochmal genauer auszusprechen: Vielen Dank für die Karnevals-Unterstützung ;) Alaaf!! Das gibt es eben nur in Kölle.
Ein fleißiger Schreiber aus BN hat es da gut ausgedrückt: Man kann nicht alles haben im Leben... Ich würde da noch etwas hinzufügen: Erst wenn man auf etwas verzichten muss, merkt man, wie wichtig einem diese Dinge doch sind. So werde ich also dieses Jahr Karneval mal nicht dabei sein!

***
Anderes Thema: Auch hier in Tabgha beginnt jetzt die Weihnachtszeit. Sehr ungewohnt, da es noch ziemlich warm ist. Gestern haben wir sogar Adventskränze gemacht. In kurzer Hose, im Freien, unter strahlendem Sonnenschein und mit Stille Nacht, Ihr Kinderlein kommet und Oh du Fröhliche. Viele Pilger haben komisch geschaut. Was sollten sie auch anderes tun? Für uns Deutsche (gestern waren es viele deutsche Gruppen) ist es eben komisch bei Sonnenschein Weihnachtsmusik zu hören. Ich kam mir dabei schon ein bisschen albern vor, aber es ist Winterzeit. Unglaublich, trotzdem wahr!
Sehr schön sind die Kränze übrigens geworden, aber in wirkliche Adventstimmung bin ich dadurch auch nicht gekommen. Ich habe gemerkt, dass das Wetter eine wichtige Rolle spielt. Als es gegen fünf Uhr dunkel wurde und dann heute die erste Kerze angezündet wurde, da war sie plötzlich da, dieses "Wir sagen euch an den lieben Advent" - Gefühl.

Euch Allen einen schönen ersten Advent und liebe Grüße aus dem heiligen Land,

Martin

Donnerstag, 20. November 2008

Ich dreh am Rad...

Da ist man ein Jahr an Karneval mal nicht in Köln und dann passiert so was... Ich dreh am Rad.

Kinderprinz wird mein früherer Gitarrenschüler und Sommerlager Teilnehmer Phillipp. Als ich das eben gelesen habe, bin ich fast umgefallen. Na toll, und du bist natürlich nicht da.
Beim großen Dreigestirn ist es dann fast das Selbe. Eine Ossendorfer Reihe bahnt sich an. Der Bruder meine Tante wird die Jecken an den Festtagen regieren. Gesichter die man von Rocholomäus kennt. Quasi ein Ossendorfer Rocholomäus Dreigestirn. Na toll, und ich bin natürlich nicht da...

Ab sofort richte ich ein zweites Spendenkonto ein. Helft dem armen Martin nach Kölle zu kommen. Hier habe ich schon den Red-Nose-Day gestartet ;)

Fotos: Tabgha im November

Montag, 17. November 2008

Erst Tel Aviv, dann...

"In Jerusalem wird gebetet, in Haifa gearbeitet und Tel Aviv gefeiert!"

An diesem Wochenende wurde gefeiert. Wir hatten uns das nach dem Studienjahr und den anderen Gruppen irgendwie auch mal verdient. Am Donnerstag, das Studienjahr fuhr Heim nach Jerusalem, ging es für uns los. 4 Tage Urlaub. Erst wurde in Jerusalem noch unser arabischer Freund Mustafa besucht und am Tag danach ging es dann innerhalb von einer Stunde nach Tel Aviv. Eine Stunde die ich verpennt habe und nachher in einem gefühlten anderen Land aufgewacht bin. Keine orthodoxen Juden mehr auf der Straße, keine Touristenstände mit Kreuzen und keine Kirche, Moschee oder Synagoge - Eben ganz anders.
Gebucht war ein günstiges Hostel in Strandnähe. Was wir dann bekamen sah von Außen eher aus wie eine Bruchbude, war aber von Innen für zwei Tage ganz ok. Es passte eben zu unserem Wochenende. Wir wollten uns ja nur am Strand erholen und mal lange ausschlafen. Gepasst hat es Alles, wobei die etwas länger gewachsenen in ihren Betten Probleme bekamen...
Tagsüber lagen wir am Strand, haben Hamburger gegessen und uns in Jaffa (der alte Stadtkern von Tel Aviv) die Touristenstände angeschaut. Abends wurde dann in einer echt guten Rockerbar Billard und Dart gespielt, ein israelischer Chinese ausprobiert und in einem englischen Pub mit jungen Israelis gefeiert.
Von einem Kellner habe ich dann mal wieder erfahren, dass er fast jedes Jahr nach Deutschland fliegt, auf Rockfestivals geht (Rock am Ring) und die großen Städte besucht. So war er schon in Berlin, Hamburg und Munich ("you say Munschen"). Generell habe ich den Eindruck, dass viele Israelis schon mal in Deutschland waren. Wenn man im Bus oder in Hotels gefragt wird wo man herkommt, fallen den Leuten immer wieder neue Geschichten über Deutschland ein. Einige haben in Deutschland studiert, andere waren mal im Urlaub dort und auch wieder andere haben dort eine Ausbildung gemacht. Verwunderlich wie viel man hier über Deutschland weiß und welche Verbindungen es in mein Heimatland gibt. Dachte ich doch immer, dass Israel ein sehr kulturreiches Land ist - für die Israeliten selber ist genau das der Grund nach Deutschland zu fahren.

Was wissen eigentlich die Deutschen über Israel?

Damit aber auch für uns die Kultur an diesem Wochenende nicht zu kurz kam, sind wir am Sonntagmorgen in das Diasporamuseum gefahren. Anschaulich wurde uns hier das Leben und die Kultur der Juden in verschiedenen Ländern näher gebracht. Sehr lohnenswert, vor allem auch deswegen, weil es direkt auf dem Unigelände liegt und man dort eine Menge Studenten trifft die gerade in der Sonne liegen, ihr Mittagessen einnehmen und sich mit Freunden treffen. Da freut mich sich richtig auf die kommende zeit ;)
Insgesamt war es mal ein anderes Wochenende als sonst. Ein Wochenende das uns Allen ganz gut getan hat. Mehr mit Strand und Relaxen, weniger Kultur und Landschaft. Wir haben eine andere Seite von Israel kennengelernt. Eine Seite die ich stark an eine europäische Stadt erinnert hat...

Die Lektion des Tages:

Gehe erst nach Tel Aviv und dann nach Jerusalem, denn hier kannst du für die Vergebung deiner in Tel Aviv begangenen Sünden beten - Ich bin brav direkt nach Tabgha zurück ;)

Sonntag, 9. November 2008

Ein andere Reise durch das Land....

Was habe ich von diesem Land eigentlich schon gesehen?

Eine Frage, die ich mir in letzter Zeit häufiger stelle. - Meine Antwort: auf den ersten Blick erschreckend. Schaut man in den dicken, 300 Seiten umfassende Reiseführer, habe ich gefühlte 3% des "Solls" erreicht.

Hänge ich mit der Zeit zurück? Habe ich noch viel Zeit?

Ein häufig angewendeter Satz, wenn Touristen von ihrer Reise erzählen, ist immer: "Ah da haben sie in ihrer Woche hier schon mehr gesehen als ich in meinen drei Monaten..." Viel Wahres steckt dahinter:
Betrachtet man die reinen Fakten, d.h. besuchte Pilgerstätten, Museen, Ausgrabungsstätten, hänge wir hier alle weit zurück. Entscheide ich mich aus dieser Sicht bei der Beantwortung der ersten Frage auf eine schnelle Aufzählung, würden wohl meine Finger reichen um die passende Zahl zu finden...

Touristen schaffen das Land in zwei Wochen und ich habe in meinen drei Monaten nur zwei Hände voll?

Da läuft was schief, sollte man meinen. Aber: Eins wurde mir klar... Ich bin kein Tourist. Ich bin für ein Jahr "Mitbürger" in diesem Land. Ich werde vieles auf eine andere Art und Weise kennen lernen, werde eine größere Bandbreite erforschen, werde wie ein kleines Kind, das sich auf den Weg macht die Welt zu entdecken, in diesem Land groß werden - eben dafür bin ich hier und das ist auch gut so.
Um Dinge genau begreifen zu können, muss man kleine Schritte gehen. Muss die Blickwinkel wechseln. Muss auch mal die verborgenen Schönheiten suchen und auch mal eine Pause machen.
Die verschiedenen Gruppierungen, Fronten, Mentalitäten und alle historischen Stätten kann selbst ich in meinem Jahr nicht erfassen, aber ich kann mir ein eigenes, großes Bild machen und soviel wie möglich von diesem Land lernen.

Zurzeit sind die Theologie Studenten aus der Dormitio Abtei in Jerusalem bei uns zu Gast. Eine riesige Chance für uns, die Blickwinkel zu wechseln. Jeden Tag dürfen drei von uns fünf Freiwilligen mit auf Exkursion gehen. Der Rest muss hier für Ordnung sorgen. Letzten Donnerstag sind Thomas, Mike B. und ich aufgebrochen. Megiddo und der Berg Tabor standen auf dem Programm.
Megiddo, laut dem Johannes Evangelium der Ort der letzten Schlacht zwischen Gut und Böse, fasziniert durch die vielen Grabungsschichten. 20 sind es insgesamt und bei dem ganzen Durcheinander fällt es schwer sich diese Festung bildlich vor Augen zuführen.
Der Berg Tabor. Hier soll die Verklärung des Herrn stattgefunden haben. Ein langer Weg führt an einer Straße entlang hinauf. Unser Bus durfte nicht - wir mussten laufen. Spaß hatten da nur die Taxifahrer. Einer winkte uns bei jeder Begegnung. Sechsmal fuhr er an uns vorbei... Oben angekommen belohnte uns eine tolle Aussicht, wunderbare Gärten, ein Franziskanerkloster, ein theologischer Vortrag über Verklärung und eine "junge" Kirche. Viel Zeit blieb uns für alle diese Schönheiten nicht, aber beim Abstieg wurden wir nochmals belohnt. Meine Fotosammlung ist um einen Sonnenuntergang in diesem Land reicher.
Wahnsinn, immer wieder bin ich davon neu beeindruckt. Das Land entwickelt eine neue, eigene Atmosphäre. Es scheint etwas Ausgewogenes und Friedliches zu haben. Selbst zwei Militär Hubschrauber können daran nichts ändern. Man denkt plötzlich Wow und möchte am liebsten so viele Fotos wie nur eben möglich machen.

In den nächsten Tagen werden wir noch weitere Ausflüge mit den Studenten machen. Es sind andere Blickwinkel als Touristen sie haben - anders als Zivildienstleistende sie haben. Mal sehr spannend, mal für mich ohne Bedeutung, aber immer lassen mich die Erfahrung ein bisschen mehr von diesem Land lernen. Dafür bin ich dankbar. Es ist eben diesmal eine andere Reise durch das Land...

Fotos von den Ausflügen