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Donnerstag, 21. Mai 2009

21

In diesem Blogeintrag soll sich mal alles um die Zahl 21 drehen. In den letzten tagen ist sie mir öffters begegnet - nicht im Bezug auf Israel, sondern im Bezug auf mich.

21 Jahre werde ich in drei Monaten. 2x Geburtstag in Tabhga. Lässt mich zwei Jahre hier bleiben. Einige Tage später werde ich meine Heimreise antreten. Die Zeit vergeht wie im Fluge...

Am 21.5.09 habe ich seit einigen Monaten hier wieder einen neuen Witz gehört. Wenn man lange mit den gleichen Personen zusammen lebt, dann wiederholen sich manche Dinge eben immer. Wie sagt Mike immer gerne dazu: "Jokes never get old!" Recht hat er... - sorry Jungs, das musste einfach rein ;)

21 Mückenstiche habe ich an meinem rechten Bein. Zurzeit ist das in Tabgha echt schlimm, aber wir haben ja alle damit zu kämpfen. Es ist warm - noch nicht zu warm - und wir leben hier immer noch am See. Das zieht Mücken magisch an.

Mehr ist mir zur Zahl 21 nicht eingefallen, dennoch hat sie mir einen Grund geliefert noch mal etwas auf den Blog zu schreiben. Habe jetzt am Wochenende frei und werde trotzdem so einiges zum Arbeiten haben. Letzte Wochen waren meine Eltern mit Tante, Onkel und Bruder da. Wir haben ein paar gemeinsame Ausflüge im Norden von Israel gemacht. Haifa, Akko, Safed... Von Akko, einer Kreuzfahrerstadt am Mittelmeer, war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Ich hatte mir eine idyllische, alte Stadt vorgestellt. Das der Platz, der in jedem Reiseführer angepriesen ist, war gesperrt und mit Unkraut bewachsen - das sagt einiges. Dafür hat mir dann die jüdische Stadt Safed besser gefallen. In kleinen Gassen reihen sich hier Künstlerläden aneinander. Wenn gutes Wetter ist, hat meinen einen schönen Blick über Galiläa. Eine Stadt die zum verweilen einlädt...

Mittwoch, 29. April 2009

Yam Yam - einmal quer durch Israel


Genau das hatten wir uns für dieses Wochenende vorgenommen. Gemeinsam mit Mike, Nicole und Johannes zog ich also los, um vom einen Meer (Mittelmeer) zum anderen Meer (Sea of Galilee) zu laufen. Eine Yam-Yam Tour eben. Geschlafen haben wir am Strand, auf der freien Wiese oder an einem einsamen Parkplatz. Gegessen wurden Nudeln und Pita. Gelaufen wurde von 8 Uhr bis Sonnenuntergang. Die Route führte uns durch verschiedene Wadis, an Burgen und Wasserfällen vorbei und hat uns manchmal mehr überrascht als gedacht. So gab es nach hartem Anstieg plötzlich einen wunderbaren Ausblick oder, versteckt hinter Sträuchern und Bäumen, kleine Pools, die man dann auch gerne zur Abkühlung genutzt hat.
3-Wandertage haben wir insgesamt gebraucht und am Ende kann ich sagen, dass ich es zwar geschafft habe, aber meine Schultern, meine Hüfte und meine Füße noch ein wenig Erholung brauchen. Eine wunderbare Tour war es trotzdem, die uns die Natur des Landes nahe gebracht hat und uns einmal quer durch Israel geführt hat... so und jetzt schaut euch einfach die Bilder an.

(Wenn es Fragen gibt, einfach posten ;)

Freitag, 3. April 2009

Ich lebe noch...

Lange, lange habe ich nichts mehr geschrieben. Genauer gesagt, liegt mein letzter Blogeintrag fast drei Wochen zurück. Drei Wochen in denen hier eine Menge passiert ist.
Ich bekam Besuch aus Köln! Lene, Ruth und David haben die 3000 km auf sich genommen um zwei Wochen in Israel Urlaub zu machen. Eine spannende Zeit hatten wir. Erst waren wir einige Tage in Tabgha. Haben meine Umgebung erkundet und sind dann für vier Tage nach Jerusalem gefahren. Schwimmen im Toten Meer und abtauchen in der Altstadt von Jerusalem. Am Ende waren noch mal drei Tage relaxen in Tel Aviv angesagt. Strandurlaub pur und das hier sogar schon mit ein wenig Sonnebrand. Vieles haben wir in den drei Wochen erlebt - ich könnte jetzt tausend Geschichten erzählen, und doch möchte ich mich kurz halten.
Vieles habe ich in diesem Land schon erkundet und gesehen, natürlich hat sich bei unserer Reise einiges gedoppelt und doch habe ich Neues entdeckt. Reist man durch sein Land mit landesfremden Person, so fängt man an, bestimmte Dinge mit anderen Augen zu sehen. Probleme oder Sachverhalte werden in Gesprächen angesprochen, die vorher für einen zum größten Selbstverständnis gehören. Das Normale und Alltägliche wird noch mal durch andere Augen gesehen.
So habe ich die Anwesenheit orthodoxer Juden immer als total normal angesehen. Ruth und Lene fanden das sehr ungewohnt, eine ganz neue Erfahrung. Und ja es stimmt, es ist ja nicht wie in Deutschland. Oder die Soldaten, die auch in ihrer Freizeit mit dem Gewehr unter den Armen am Toten Meer sind. Auch das ist nicht wirklich normal!
Aber was ist in diesem Land schon normal? Selbst vier Jugendliche die alleine durch Jerusalem laufen sind nicht alltäglich. Der große Teil der Touristen besteht aus Reisegruppen, die im Eiltempo das Land durchreisen. Wir haben es da eher ruhiger angehen lassen, denn ein hohes Tempo passt eigentlich nicht zu diesem Land. Die Einzigen die hier schnell laufen, sind die Touristen und die Juden, die am Sabbat zur Klagemauer wollen... Ansonsten lässt man es hier eher Ruhiger angehen: Schwai Schwai, wie die Araber sagen würden. Wobei ich in ein paar Jahren gerne auch mal eine Touristenreise mit machen würde... Finde ich dann für zwei Wochen auch mal sehr spannend.
Spät ist es hier in Tabgha wieder geworden. Gerad wurde noch mit angehenden Priestern aus Freiburg gegrillt. Ich werde die nächsten Tage noch mehr berichten. Zum Beispiel, warum man in Israel eigentlich jeden Taxipreis zu teuer findet oder warum das Tote Meer sogar den David zum Schwimmen bringt...
Jetzt aber erstmal gute Nacht,

Martin

Mittwoch, 18. Februar 2009

Die Sicherheit

Wie schnell zwei Wochen doch vergehen können. Pascal ist jetzt wieder abgereist, gestern ging sein Flugzeug Richtung Heimat. Jerusalem und das Tote Meer, Tabgha und Massada, Tel Aviv und Haifa, alles das haben wir uns in dieser Zeit an geguckt. Es waren zwei richtig schöne Wochen, die am Ende noch mal ihren eigenen Höhepunkt hatten...
Die Kontrolle am Flughafen. Wer genaueres darüber erfahren will, kann dies auf Pascal's Blog lesen. Aus gegebenem Anlass will ich nun auch mal über das Thema Sicherheit berichten. 

Sicherheit wird in Israel sehr groß geschrieben. Die Angst vor Anschlägen scheint bei den Bewohner sehr tief verwurzelt zu sein. Kaum ein öffentliches Gebäude kann man ohne Kontrolle besuchen. An jedem Eingang muss man sich in einer Schlange einreihen und dann durch einen Metallscanner laufen. Meist wird dann auch noch der Rucksack geprüft. Ärgerlich ist das ganze nur, wenn man seinen Bus noch erreichen will. Generell sind die Maßnahmen am Busbahnhof und Flughafen am größten. Pascal hat das jetzt am eigenen Leib erfahren. Jeder Bus, der in eine Busstation hinein fährt, wird vorher von einem Polizisten durchlaufen, jede Zufahrt von Beamten bewacht. Auch die Straßen zur Westbank werden bewacht. Bethlehem kann man nicht ohne Flughafen ähnlichen Check verlassen...
Ob die Kontrollen jetzt berechtigt sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich habe nicht das Gefühl, dass man in Israel sehr unsicher lebt. Es gibt zwar Orte an denen man besser nicht ist, aber wenn man das weiß, dann muss man da ja auch nicht hin ;)

Ach ja, ein paar Fotos vom Urlaub mit Calle gibt es hier.

Sonntag, 15. Februar 2009

Kooperation

Hallo zusammen,

liebe Grüße von uns beiden aus Jerusalem. Dies ist der erste Blogeintrag, der in Kooperation mit www.pascalm.de geschrieben wird. Eine Weltpremiere quasi.

 

Pascal und ich reisen gerade durch das Land und schauen uns die Gegend um Jerusalem an. Gestern waren wir in der Altstadt und sind durch die wichtigsten religiösen Stätten gelaufen. Grabeskirche, Erlöserkirche, Klagemauer, Ölberg und und und... Heute stand dann Masada und das Tote Meer auf dem Program: Masada ist eine ehemalige jüdische Festung, die der römischen Besatzung 70. bis 73. v.Chr. drei Jahre standgehalten hat. Erst nachdem die Römer eine Rampe auf den 400m hohen isolierten Berg gebaut hatten, konnte die Festung eingenommen werden. Alle Bewohner haben sich in diesem Fall für den freien Tod entschieden, als für die Gefangenschaft bei den Römern. Heute hat man von Oben eine klasse Sicht auf die Wüste und das Tote Meer. Auch das jüdische Selbstverständnis schaut auf diesen Berg. So werden zum Beispiel neue Soldaten auf der Anhöhe vereidigt. Man sieht die Durchhaltekraft und den Wille der Kämpfer als Vorbild.

Kurz nach unserem Abstieg eh... Abfahrt ging es noch für eine Stunde ans Tote Meer. Pascal hat es sichtlich genossen einfach mal im Wasser zu liegen und nichts zu tun. Es fehlte ihm nur die Wasserpfeife. 

 

So das wars auch schon wieder fürs Erste. Morgen geht es nach Tel Aviv und dann fliegt Pascal leider wieder nach Hause. Liebe Grüße nach Kölle

 

Pascal und Martin 

Sonntag, 25. Januar 2009

back back back

Ich und mein Blog melden sich aus dem Urlaub zurück und möchten ein wenig über die Reise berichten:

Jordanien: beeindruckende Gastfreundschaft, eine Menge Kultur und sehr schöne Natur... viel mehr würde mir noch einfallen, aber ich fange lieber ein wenig chronologisch an.

Sonntag ging es los, direkt nach Amman, der Hauptstadt Jordaniens. Was auffiel, waren die viel Poster und Plakate des Königs. Ja, Jordanien ist ein monarchisch geführtes Land. Schaden tut es den Bewohnern meiner Meinung nach nicht. Viele Sprechen richtig gut Englisch und es gibt Schulpflicht für alle von 6-15 Jahren.
Montag fuhren wir einen ganzen Tag 300 km durch die Wüste und haben Wüstenschlösser besucht. Mit dabei war unser Taxifahrer Omert, der uns viel über das Land und seine Ansichten erzählt hat (unbezahlbar so einen Erzähler zu haben). Am Abend ging es mit ihm noch in ein Restaurant und insgesamt mussten wir für unseren eigenen Chauffeur nur 60 JD (=60€) bezahlen!! In Deutschland bekommen wir für den Preis wahrscheinlich gerade ein Tagesticket der DB für NRW, dann aber ohne Erzählung und Erklärung. Obwohl Jordanien noch zu den teureren Ländern im arabischen Raum gehört, fand ich es sehr günstig.
Dienstag ging es, ebenfalls mit unserem Taxifahrer, nach Jerash, einer alten Römerstadt. Sehr gut erhaltene Opfertempel und Theater wurden auf unserer Suche nach den alten Römern entdeckt. Nicht viel Phantasie war nötig, um sich die alte Stadt und das damalige Leben vor Augen zu führen.
Mittwoch war unser Reise- und Relaxtage. Wir fuhren mit einem kleinen Minibus nach Wadi Mussa (direkt an Petra) und haben uns für 20 JD in einem sehr guten Hotel mit Pool eingerichtet. Unser "Faulenzertag".
Donnerstag ging es dann sehr früh morgens direkt nach Petra, einer alten Nabatäer-Stadt. Ganz berühmt ist hier das "Schatzhaus" Khazne al-Firaun. Selbst Indiana Jones klopfte schon mal an... Was mich aber viel mehr beeindruckte, waren die roten Gebirgsketten. Optimal für Westernfilme oder für uns zum Wandern.
Freitag wurde es dann noch mal richtig spannend. Gemeinsam fuhren wir in die Wüste, stiegen auf Kamele und ritten in ein Wüstencamp. Ein ganz besonderes Erlebnis, doch wenn die Tour noch länger gedauert hätte, hätte ich das Reiten wohl gehasst. Kamele sind schon anstrengend.
Nach einer, zum Teil schlaflosen Nacht (unter unser Zelt hatte sich ein Tier verlaufen) ging es am Morgen mit einem Jeep und 11! Personen zurück in das Basislager. Von dort aus traten wir unseren langen Heimweg an. Nach fast neun Stunden Busfahrt war Tabgha wieder bei uns...

Als Deutscher wird man in Jordanien sehr freundlich aufgenommen. Allgemein hatte ich den Eindruck, dass die Menschen sehr gastfreundlich und offen waren. Zur aktuellen Lage im nahen Osten hatte man verschiedene Ansichten. Eine Israel-kritische Haltung konnte man schon heraus kristallisieren, man fühlt sich mehr mit den Palästinensern verbunden. Zur Irak-Politik gab es eigene Meinungen: "Ein Abzug der USA führt jetzt zur nationalen Katastrophe. Man fürchtet wieder mehr Ausschreitungen." Für mich kamen diese Aussagen eher überraschend. Hatte ich doch mehr gedacht, dass man im arabischen Raum (auch gerade nach der Zurückhaltung im Gazakrieg) eher eine negative Haltung zu den USA hat. Auf der anderen Seite ist Jordanien, von der politischen Seite, dem Westen ja sehr aufgeschlossen und um Ruhe und Frieden in der Region bemüht.

Am Ende muss ich doch sagen, dass ich Jordanien auf eine gewisse Weise lieben gelernt habe. Israel unterscheidet sich stark von einem komplett arabischen Land und wirkt viel geordneter und strukturierter. Es wird bei Geschäften viel verhandelt, der Bus fährt wann er will und das Leben wird etwas lockerer genommen.

Thomas, Mike B., Ich, Mike L., Johannes

Weitere Fotos gibt es auch schon... (ganze 70)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Zu Bethlehem geboren...

Hallo,
dass Nikolausfeiern so extrem lustig sein können, hatten ich vor dem zweiten Advent nicht glauben können und doch haben es die Studenten des 34. Theologischen Studienjahrs aus Jerusalem geschafft mich vom Gegenteil zu überzeugen. Eine Show mit besinnlichen Texten, zwei Engeln die das Buch des Nikolaus geklaut hatten, einer menge Comedy, Adventsmusik vom Studentenchor und einem echten Nikolaus wurde uns geboten. So viele wie an diesem Sonntagnachmittag habe ich die letzte Zeit selten gelacht.

Natürlich war die Nikolausfeier nicht Alles, was wir am verlängerten Wochenende erlebten. Wer eben einmal in Jerusalem ist unternimmt eben noch mehr. So ging es, die Zeit konnte gar nicht passender sein, nach Bethlehem an den biblischen Geburtstort Jesu. Was wir erwarteten war eine mit Pilgern voll gepackte Stadt, 30 Minuten Schlange stehen an der Geburtskirche und zeitaufwendige Kontrollen am Checkpoint. Was uns in der Kirche erwartete war das hier:Eine leere Geburtskirche, ein Bethlehem das seine vielen Touristenläden verloren hatte und einen Checkpoint, den wir fast ohne Kontrolle durchlaufen konnte. Was hatten wir ein Glück, so steht doch in meinem Reiseführer, dass man gut 30 Minuten einrechnen sollte um in die Geburtstgrotte zu gelangen. Wir hatten sie für uns alleine! So konnten wir in aller Ruhe Fotos wie echte Touristen machen und einen Moment der Stille genießen. Obwohl es verschiedene Ansichten über den wahren Geburtsort gibt, ist es für Christen etwas ganz besonders diesen Ort einmal zu besuchen. So fiel eine der wenigen Pilgerinnen, die wir dann doch sahen, vor der Geburtsgrotte zu Boden und war den Tränen nahe. Auch für mich war es etwas Einmaliges hier zwei Wochen vor Weihnachten gewesen zu sein. Ich werde das Evangelium dieses Mal mit etwas anderen Augen sehen. Raus ging es dann wieder durch die "Demutspforte". Sehr klein und eher für Menschen wie mich gemacht...

Das erste Mal habe ich in Bethlehem aber auch die Checkpoint-Situation wahrgenommen. 7 Meter hohe Mauern stellen sich vor einem auf und der Eingang scheint genau so klein wie in der Geburtskirche. Die Kontrollen sind für mich als Deutschen dagegen eher harmlos. Bei der "Einreise" hielt der Polizist seine Hand vor die Augen als ich ihm meinen Ausweis zeigte. So wichtig scheint es wohl nicht gewesen zu sein. Beim austreten wurde man dann schon mehr durchsucht. Wobei man von wirklichen Kontrollen nicht sprechen kann. Am Metalldetektor piepte es bei mir überall, aber keiner schien sich dafür zu interessieren. Wahrlich ich sehe nicht aus wie ein Terrorist und mein Pass tut den Rest, aber den Sinn dieser Mauer stellt man trotzdem danach in Frage.

Nach einem kalten Abend auf dem Dach der Dormitio Abtei und einer erholsamen Nacht im Paulushaus am Damaskustor, ging es am Dienstagmorgen zur Holocaustgedenkstätte - Yad Vashem. Ein sehr beeindruckender Ort, den ich jedem nur empfehlen kann. Aus der Sicht der Opfer, mit vielen Einzelschicksalen, wird der Holocaust beleuchtet. In der Schule habe ich schon viel über dieses Thema gelernt und doch ist es mit gerade als Deutscher in diesem Land wichtig sich mit dem Thema stärker als zuvor auseinander zu setzen. Das Museum bietet dazu den passenden Rahmen. Es ist immer wieder aufs Neue erschreckend auf diese Zeit der deutschen Geschichte zurück zu blicken und doch ist es wichtig sich damit auseinander zu setzen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt. Yad Vashem bietet Platz für die vielen Opfer und dient als ewiges Mahnmal. Ich bin froh dort gewesen zu sein und werde sicherlich noch mal hinfahren, weil man wirklich nicht die ganze Flut der Information aufnehmen kann.

Gleichzeitig lade ich noch ein paar Fotos hoch, die könnt ihr euch hier anschauen.
Liebe Grüße aus Tabgha und eine schöne Adventwoche,

Martin

P.S. Grund für das leere Bethlehem war übrigens das Opferfest der Moslems. Sieht man zurzeit ja auch im TV.

Montag, 17. November 2008

Erst Tel Aviv, dann...

"In Jerusalem wird gebetet, in Haifa gearbeitet und Tel Aviv gefeiert!"

An diesem Wochenende wurde gefeiert. Wir hatten uns das nach dem Studienjahr und den anderen Gruppen irgendwie auch mal verdient. Am Donnerstag, das Studienjahr fuhr Heim nach Jerusalem, ging es für uns los. 4 Tage Urlaub. Erst wurde in Jerusalem noch unser arabischer Freund Mustafa besucht und am Tag danach ging es dann innerhalb von einer Stunde nach Tel Aviv. Eine Stunde die ich verpennt habe und nachher in einem gefühlten anderen Land aufgewacht bin. Keine orthodoxen Juden mehr auf der Straße, keine Touristenstände mit Kreuzen und keine Kirche, Moschee oder Synagoge - Eben ganz anders.
Gebucht war ein günstiges Hostel in Strandnähe. Was wir dann bekamen sah von Außen eher aus wie eine Bruchbude, war aber von Innen für zwei Tage ganz ok. Es passte eben zu unserem Wochenende. Wir wollten uns ja nur am Strand erholen und mal lange ausschlafen. Gepasst hat es Alles, wobei die etwas länger gewachsenen in ihren Betten Probleme bekamen...
Tagsüber lagen wir am Strand, haben Hamburger gegessen und uns in Jaffa (der alte Stadtkern von Tel Aviv) die Touristenstände angeschaut. Abends wurde dann in einer echt guten Rockerbar Billard und Dart gespielt, ein israelischer Chinese ausprobiert und in einem englischen Pub mit jungen Israelis gefeiert.
Von einem Kellner habe ich dann mal wieder erfahren, dass er fast jedes Jahr nach Deutschland fliegt, auf Rockfestivals geht (Rock am Ring) und die großen Städte besucht. So war er schon in Berlin, Hamburg und Munich ("you say Munschen"). Generell habe ich den Eindruck, dass viele Israelis schon mal in Deutschland waren. Wenn man im Bus oder in Hotels gefragt wird wo man herkommt, fallen den Leuten immer wieder neue Geschichten über Deutschland ein. Einige haben in Deutschland studiert, andere waren mal im Urlaub dort und auch wieder andere haben dort eine Ausbildung gemacht. Verwunderlich wie viel man hier über Deutschland weiß und welche Verbindungen es in mein Heimatland gibt. Dachte ich doch immer, dass Israel ein sehr kulturreiches Land ist - für die Israeliten selber ist genau das der Grund nach Deutschland zu fahren.

Was wissen eigentlich die Deutschen über Israel?

Damit aber auch für uns die Kultur an diesem Wochenende nicht zu kurz kam, sind wir am Sonntagmorgen in das Diasporamuseum gefahren. Anschaulich wurde uns hier das Leben und die Kultur der Juden in verschiedenen Ländern näher gebracht. Sehr lohnenswert, vor allem auch deswegen, weil es direkt auf dem Unigelände liegt und man dort eine Menge Studenten trifft die gerade in der Sonne liegen, ihr Mittagessen einnehmen und sich mit Freunden treffen. Da freut mich sich richtig auf die kommende zeit ;)
Insgesamt war es mal ein anderes Wochenende als sonst. Ein Wochenende das uns Allen ganz gut getan hat. Mehr mit Strand und Relaxen, weniger Kultur und Landschaft. Wir haben eine andere Seite von Israel kennengelernt. Eine Seite die ich stark an eine europäische Stadt erinnert hat...

Die Lektion des Tages:

Gehe erst nach Tel Aviv und dann nach Jerusalem, denn hier kannst du für die Vergebung deiner in Tel Aviv begangenen Sünden beten - Ich bin brav direkt nach Tabgha zurück ;)