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Freitag, 3. April 2009

Ich lebe noch...

Lange, lange habe ich nichts mehr geschrieben. Genauer gesagt, liegt mein letzter Blogeintrag fast drei Wochen zurück. Drei Wochen in denen hier eine Menge passiert ist.
Ich bekam Besuch aus Köln! Lene, Ruth und David haben die 3000 km auf sich genommen um zwei Wochen in Israel Urlaub zu machen. Eine spannende Zeit hatten wir. Erst waren wir einige Tage in Tabgha. Haben meine Umgebung erkundet und sind dann für vier Tage nach Jerusalem gefahren. Schwimmen im Toten Meer und abtauchen in der Altstadt von Jerusalem. Am Ende waren noch mal drei Tage relaxen in Tel Aviv angesagt. Strandurlaub pur und das hier sogar schon mit ein wenig Sonnebrand. Vieles haben wir in den drei Wochen erlebt - ich könnte jetzt tausend Geschichten erzählen, und doch möchte ich mich kurz halten.
Vieles habe ich in diesem Land schon erkundet und gesehen, natürlich hat sich bei unserer Reise einiges gedoppelt und doch habe ich Neues entdeckt. Reist man durch sein Land mit landesfremden Person, so fängt man an, bestimmte Dinge mit anderen Augen zu sehen. Probleme oder Sachverhalte werden in Gesprächen angesprochen, die vorher für einen zum größten Selbstverständnis gehören. Das Normale und Alltägliche wird noch mal durch andere Augen gesehen.
So habe ich die Anwesenheit orthodoxer Juden immer als total normal angesehen. Ruth und Lene fanden das sehr ungewohnt, eine ganz neue Erfahrung. Und ja es stimmt, es ist ja nicht wie in Deutschland. Oder die Soldaten, die auch in ihrer Freizeit mit dem Gewehr unter den Armen am Toten Meer sind. Auch das ist nicht wirklich normal!
Aber was ist in diesem Land schon normal? Selbst vier Jugendliche die alleine durch Jerusalem laufen sind nicht alltäglich. Der große Teil der Touristen besteht aus Reisegruppen, die im Eiltempo das Land durchreisen. Wir haben es da eher ruhiger angehen lassen, denn ein hohes Tempo passt eigentlich nicht zu diesem Land. Die Einzigen die hier schnell laufen, sind die Touristen und die Juden, die am Sabbat zur Klagemauer wollen... Ansonsten lässt man es hier eher Ruhiger angehen: Schwai Schwai, wie die Araber sagen würden. Wobei ich in ein paar Jahren gerne auch mal eine Touristenreise mit machen würde... Finde ich dann für zwei Wochen auch mal sehr spannend.
Spät ist es hier in Tabgha wieder geworden. Gerad wurde noch mit angehenden Priestern aus Freiburg gegrillt. Ich werde die nächsten Tage noch mehr berichten. Zum Beispiel, warum man in Israel eigentlich jeden Taxipreis zu teuer findet oder warum das Tote Meer sogar den David zum Schwimmen bringt...
Jetzt aber erstmal gute Nacht,

Martin

Sonntag, 15. Februar 2009

Kooperation

Hallo zusammen,

liebe Grüße von uns beiden aus Jerusalem. Dies ist der erste Blogeintrag, der in Kooperation mit www.pascalm.de geschrieben wird. Eine Weltpremiere quasi.

 

Pascal und ich reisen gerade durch das Land und schauen uns die Gegend um Jerusalem an. Gestern waren wir in der Altstadt und sind durch die wichtigsten religiösen Stätten gelaufen. Grabeskirche, Erlöserkirche, Klagemauer, Ölberg und und und... Heute stand dann Masada und das Tote Meer auf dem Program: Masada ist eine ehemalige jüdische Festung, die der römischen Besatzung 70. bis 73. v.Chr. drei Jahre standgehalten hat. Erst nachdem die Römer eine Rampe auf den 400m hohen isolierten Berg gebaut hatten, konnte die Festung eingenommen werden. Alle Bewohner haben sich in diesem Fall für den freien Tod entschieden, als für die Gefangenschaft bei den Römern. Heute hat man von Oben eine klasse Sicht auf die Wüste und das Tote Meer. Auch das jüdische Selbstverständnis schaut auf diesen Berg. So werden zum Beispiel neue Soldaten auf der Anhöhe vereidigt. Man sieht die Durchhaltekraft und den Wille der Kämpfer als Vorbild.

Kurz nach unserem Abstieg eh... Abfahrt ging es noch für eine Stunde ans Tote Meer. Pascal hat es sichtlich genossen einfach mal im Wasser zu liegen und nichts zu tun. Es fehlte ihm nur die Wasserpfeife. 

 

So das wars auch schon wieder fürs Erste. Morgen geht es nach Tel Aviv und dann fliegt Pascal leider wieder nach Hause. Liebe Grüße nach Kölle

 

Pascal und Martin 

Montag, 17. November 2008

Erst Tel Aviv, dann...

"In Jerusalem wird gebetet, in Haifa gearbeitet und Tel Aviv gefeiert!"

An diesem Wochenende wurde gefeiert. Wir hatten uns das nach dem Studienjahr und den anderen Gruppen irgendwie auch mal verdient. Am Donnerstag, das Studienjahr fuhr Heim nach Jerusalem, ging es für uns los. 4 Tage Urlaub. Erst wurde in Jerusalem noch unser arabischer Freund Mustafa besucht und am Tag danach ging es dann innerhalb von einer Stunde nach Tel Aviv. Eine Stunde die ich verpennt habe und nachher in einem gefühlten anderen Land aufgewacht bin. Keine orthodoxen Juden mehr auf der Straße, keine Touristenstände mit Kreuzen und keine Kirche, Moschee oder Synagoge - Eben ganz anders.
Gebucht war ein günstiges Hostel in Strandnähe. Was wir dann bekamen sah von Außen eher aus wie eine Bruchbude, war aber von Innen für zwei Tage ganz ok. Es passte eben zu unserem Wochenende. Wir wollten uns ja nur am Strand erholen und mal lange ausschlafen. Gepasst hat es Alles, wobei die etwas länger gewachsenen in ihren Betten Probleme bekamen...
Tagsüber lagen wir am Strand, haben Hamburger gegessen und uns in Jaffa (der alte Stadtkern von Tel Aviv) die Touristenstände angeschaut. Abends wurde dann in einer echt guten Rockerbar Billard und Dart gespielt, ein israelischer Chinese ausprobiert und in einem englischen Pub mit jungen Israelis gefeiert.
Von einem Kellner habe ich dann mal wieder erfahren, dass er fast jedes Jahr nach Deutschland fliegt, auf Rockfestivals geht (Rock am Ring) und die großen Städte besucht. So war er schon in Berlin, Hamburg und Munich ("you say Munschen"). Generell habe ich den Eindruck, dass viele Israelis schon mal in Deutschland waren. Wenn man im Bus oder in Hotels gefragt wird wo man herkommt, fallen den Leuten immer wieder neue Geschichten über Deutschland ein. Einige haben in Deutschland studiert, andere waren mal im Urlaub dort und auch wieder andere haben dort eine Ausbildung gemacht. Verwunderlich wie viel man hier über Deutschland weiß und welche Verbindungen es in mein Heimatland gibt. Dachte ich doch immer, dass Israel ein sehr kulturreiches Land ist - für die Israeliten selber ist genau das der Grund nach Deutschland zu fahren.

Was wissen eigentlich die Deutschen über Israel?

Damit aber auch für uns die Kultur an diesem Wochenende nicht zu kurz kam, sind wir am Sonntagmorgen in das Diasporamuseum gefahren. Anschaulich wurde uns hier das Leben und die Kultur der Juden in verschiedenen Ländern näher gebracht. Sehr lohnenswert, vor allem auch deswegen, weil es direkt auf dem Unigelände liegt und man dort eine Menge Studenten trifft die gerade in der Sonne liegen, ihr Mittagessen einnehmen und sich mit Freunden treffen. Da freut mich sich richtig auf die kommende zeit ;)
Insgesamt war es mal ein anderes Wochenende als sonst. Ein Wochenende das uns Allen ganz gut getan hat. Mehr mit Strand und Relaxen, weniger Kultur und Landschaft. Wir haben eine andere Seite von Israel kennengelernt. Eine Seite die ich stark an eine europäische Stadt erinnert hat...

Die Lektion des Tages:

Gehe erst nach Tel Aviv und dann nach Jerusalem, denn hier kannst du für die Vergebung deiner in Tel Aviv begangenen Sünden beten - Ich bin brav direkt nach Tabgha zurück ;)