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Sonntag, 19. April 2009

Ich und der FC...

...haben eine ganz neue Beziehung aufgebaut.
War ich doch vor meinem Israelaufenthalt kaum am Fußball in Kölle interessiert, so hat sich das jetzt in das Gegenteil gekehrt. Jeden Samstagabend sitzt die Tabgha-Crew um Punkt 19.30 Uhr vor dem Fernsehen und schaut die Bundesliga an. Fazit: Die Hinrunde hat mir als Kölner besonders viel Spaß gemacht. Man hat die "Großen" ab und zu mal ärgern können und am Ende sprang noch ein guter Tabellenplatz raus.
Was aber jetzt passiert, und das ist glaub ich auch der Grund, weshalb ich hier über dieses Thema schreibe, ist Samstagabend nicht mehr schön anzuschauen. An dem Spiel gestern habe ich keinen gefallen gefunden. Da hat der FC ja nichts Gutes auf die Beine stellen können. Erinnerte mich ein wenig an den "alten", nicht den FC der Hinrunde...
Ach was schreib ich denn über Fußball, es gibt wichtigere Dinge aus Israel zu berichten, wobei das auch ein Teil meiner wöchentlichen Beschäftigung ist, Samstag 19.30 Uhr ist Sportschau ;). Neben dem Gottesdienst und den Arbeitszeiten eine konstante im Leben. Jaja, Fußball, Kirche und Arbeit - nächsten Samstag wieder, hoffentlich mit einem besseren Ergebnis.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Die Sicherheit

Wie schnell zwei Wochen doch vergehen können. Pascal ist jetzt wieder abgereist, gestern ging sein Flugzeug Richtung Heimat. Jerusalem und das Tote Meer, Tabgha und Massada, Tel Aviv und Haifa, alles das haben wir uns in dieser Zeit an geguckt. Es waren zwei richtig schöne Wochen, die am Ende noch mal ihren eigenen Höhepunkt hatten...
Die Kontrolle am Flughafen. Wer genaueres darüber erfahren will, kann dies auf Pascal's Blog lesen. Aus gegebenem Anlass will ich nun auch mal über das Thema Sicherheit berichten. 

Sicherheit wird in Israel sehr groß geschrieben. Die Angst vor Anschlägen scheint bei den Bewohner sehr tief verwurzelt zu sein. Kaum ein öffentliches Gebäude kann man ohne Kontrolle besuchen. An jedem Eingang muss man sich in einer Schlange einreihen und dann durch einen Metallscanner laufen. Meist wird dann auch noch der Rucksack geprüft. Ärgerlich ist das ganze nur, wenn man seinen Bus noch erreichen will. Generell sind die Maßnahmen am Busbahnhof und Flughafen am größten. Pascal hat das jetzt am eigenen Leib erfahren. Jeder Bus, der in eine Busstation hinein fährt, wird vorher von einem Polizisten durchlaufen, jede Zufahrt von Beamten bewacht. Auch die Straßen zur Westbank werden bewacht. Bethlehem kann man nicht ohne Flughafen ähnlichen Check verlassen...
Ob die Kontrollen jetzt berechtigt sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich habe nicht das Gefühl, dass man in Israel sehr unsicher lebt. Es gibt zwar Orte an denen man besser nicht ist, aber wenn man das weiß, dann muss man da ja auch nicht hin ;)

Ach ja, ein paar Fotos vom Urlaub mit Calle gibt es hier.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Zwischenbericht GC

Martin wie läuft es eigentlich mit dem General Cleaning?

Heute hatten wir, meiner Meinung nach, unser erstes Erfolgserlebnis. Wir konnten die Arbeiten in unserem großen Gästehaus, dem Beit Noah, fast abschließen. Nach 1 1/2 Wochen Putzen und Handwerkern ist nun beinahe an der ersten Baustelle Ruhe eingekehrt. Die nächsten Tage geht es dann mit unserer zweiten Küche und den anderen Schlafräumen weiter. Mit guter Musik lässt sich das Ganze einfach runterputzen.

Warum erst so vorsichtig in der Formulierung?

Die Wörter "fast" und "beinahe" habe ich mir zwischenzeitlich so angewöhnt. Man weiß nie, welche Arbeit als nächstes ansteht und was dann doch noch getan werden muss. Da sind die Liste und der Pater immer für Überraschungen gut. So wird es hier nie langweilig.

Andere Frage, wie ist das Wetter zurzeit in Tabgha?

Oh, ob ich jetzt gut oder schlecht sage, ist wohl eher eine philosophische Frage. Die Diskussion gab es letztens schon am Tisch und ich möchte sie erstmal nicht weiter vertiefen, aber trotzdem sind es tagsüber so um die 18 Grad. Geregnet hat es die letzten Tage überhaupt nicht, weswegen man das Wetter eher als schlecht kategorisieren sollte. Das Land und besonders der See brauchen Wasser. Zwei Jahre hat es jetzt schon nicht mehr so gut geregnet und die Problematik wird einfach nicht so ernst genommen. Immer noch werden in der Wüste Felder für die Landwirtschaft bewässert. Da fragt man sich doch, gibt es das Wasserproblem hier wirklich?

Wasser ist knapp in Israel, wie sieht es aus mit Karneval?

Oh ein sehr beliebtes Thema. Thomas und ich sind die beiden Jecken. Interkulturelle Völkerverständigung wird betrieben. Heute haben ich mal wieder mehr über die Fastnacht und das "Schnitzelbanksingen" gelernt. In wenigen Tagen geht es in Lörrach los. Thomas hat die letzten Jahre mit seiner Familie immer Vierzeiler vorgesungen - das so genannte Schnitzelbanksingen. Für dieses Jahr fehlte noch ein Vierzeiler. Gefunden haben wir auch keinen. Lag wohl vielleicht am Dialekt, den ich, wenn es richtig los geht, gar nicht verstehe. Ich freue mich jedenfalls schon auf die erste Sitzung im Fernsehen. Dann kann ich mal zeigen wie man in Köln traditionell feiert.

Na dann Kölle Alaaf!!

Montag, 22. Dezember 2008

Ich sehe Deutschland

Viel habe ich schon über die Vielseitigkeit dieses Landes gesprochen, doch noch nie wurde es mir so bewusst wie in den letzten Tagen. Im Winter, wenn es hier etwas geregnet hat, werden die Felder grün, das Gras wächst aus jeder Ecke und die Bevölkerung zieht sich warm an. Als wir letzte Woche im anderen Bethlehem (liegt nahe Haifa) Tannenbäume gekauft haben, kam ich mir vor wie in der Eifel. Wir liefen durch den angelegten "Tannenwald" und haben unsere Bäume gesucht. Hinter uns der Mann mit der Säge - warm angezogen, mit dicker Mütze und Handschuhen. Da war er dann plötzlich da, dieser Moment: Bin ich wirklich in Israel oder ist es doch die Eifel.
Wiederum fällt es einem auf, wenn man am See sitzt. Bei schlechtem Wetter erinnert er doch stark an den Ruhrsee oder den Gardasee. Fährt man aus dem Jordantal heraus und schaut nach Rechts oder Links, sieht man plötzlich das Bergische Land. Sitzt man vor dem Kloster auf der Terrasse und schaut in die Bäume, sieht man sich auf einmal bei einer Gartenparty von einen Freund.
Alles Momente bei denen es "Klick" macht und wo man denkt; "hey das kenne ich doch irgendwo her". Wo mir sin is eben Kölle!! Wobei ich den Dom noch nicht gesehen habe...