Dienstag, 7. Oktober 2008

Schade...

Mittlerweile haben wir 17:40 Uhr, es ist dank Zeitverschiebung schon dunkel und noch immer ist die angekündigte Gruppe aus den SOS-Kinderdörfern nicht angekommen. Aus Bethlehem wollten Kinder anreisen und hier in den Zelten übernachten. Wahrscheinlich haben sie, genau wie letztes Jahr keine Ausreisegenehmigung bekommen. Schade, leider ist es in diesem Land nicht so, dass man überall hinreisen kann - egal woher man kommt.
Wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen...bestimmt.

Montag, 6. Oktober 2008

Jetzt sind sie weg...

Jetzt sind sie wieder weg. Vier Tage Köln in Tabgha sind vorbei. Es war schön wieder Stimmen aus der Domstadt zuhören... Folge: Das Heimweh war geweckt ;) Mit dabei sogar zwei Bekannte: Einmal der früher Schulseelsorger der LFS, Herr Blum und dann noch Julia Niering, die mit ihrer Schule einen Austausch mit der Schmidt-Schule in Jerusalem macht. Es waren lustige, aber auch anstrengende Tage. Zwei Selbstversorger Gruppen sind für uns ohne Chef nicht gerade einfach zu erledigen. Mal wurde zu wenig Fleisch gekauft oder andere Ware als bestellt geliefert - aber wir haben es geschafft und deswegen kommt jetzt wieder ein erstes Lebenszeichen von mir. Eine lange Arbeitswoche mit einigen Höhepunkt liegt hinter mir. Zum Beispiel war da ein "Ora et Labora" Tag am Samstag, an dem ich mit einer Gruppe der Ursulienenschule den Pool sauber gemacht habe. (Kompliment da an Julia, so sauber war er noch nie ;), auf dem Foto sind die fleißigen Arbeiter zusehen) Das ganze Putzen hat in mir Kila-Erinnerungen hervorgerufen, einfach nur toll. Da vermisst man die Heimat dann schon und man wäre schon gerne bei Kila-Nachtreffen, Marathon, Freunden, Familie und Freundin.
Na und als zweites ist noch unsere neue Beleuchtungsanlage in Betrieb genommen worden. Es sieht einfach klasse aus und macht den Ort noch interessanter. Das muss man sich einfach mal anschauen - mehr kann ich dazu nicht sagen ;)
Deswegen: Liebe grüße an mein Kölle

Martin, der nach dieser anstrengenden Woche mal wirklich Urlaub gebrauchen könnte.

P.S: Wir haben mittlerweile die gleiche Uhrzeit. Die Uhren sind hier umgestellt worden. Für einen Monat haben wir die deutsche Zeit.

Montag, 29. September 2008

Jerusalem

Es war für mich ein besonderes Wochenende, ein Wochenende mit vielen neuen Eindrücken.
Grund für diesen Ausflug war das Einführungseminar des DVHL's für alle neuen Zivis und Volos. Hier wurden die ersten Eindrücke ausgetauscht und über die Ankunftstage berichtet. Zwischenzeitlich hat uns noch ein junger Franziskaner Mönch noch durch die Altstadt geführt. Wir haben es so an die Klagemauer und in die Grabeskirche geschafft. Alles sehr interessante Orte... nur manchmal sehr touristisch und kulturell überlaufen. Für Leute die auf der Suche nach den Original Schauplätzen Jesu sind, ist das hier nichts - aber trotzdem beeindruckend.
An den nächsten Tagen ging es früh aus der German Colony zu anderen Zivildienst-Einsatzstellen in Jerusalem und Umgebung. Viele tolle Stellen werden von dem DVHL unterstützt. Vom Kinderheim zum Altenheim war fast alles dabei. In nächster Zeit werde ich da mal mehr drüber berichten.
Ein weiteres touristisches Highlight setzten sich einige Freiwillige noch am Samstagabend. Es ging ans Tote Meer. Nachts um 22 Uhr fuhren wir los und übernachteten am Strand. Morgens wurde der Sonnenaufgang geguckt und danach ging es direkt ins Salzwasser. Es ist schon ein cooles Gefühl einfach so zu schwimmen. Man muss wirklich nichts machen, nur mit dem Wasser und seinem Gesicht sollte man aufpassen. Es brennt total und saugt einem das Wasser aus den Lippen. Da ist man dann froh, wenn man unter die Dusche kommt und man sich wieder "sauber" macht.
Es war ein tolles Wochenende. Fotos gibt es auch dazu... die sagen eigentlich noch mehr als dieser Text. Schaut sie euch an. Ach ja, und ich hab die Haare jetzt was kürzer. Über den Dächern Jerusalems wurden sie geschnitten - Ich bin froh, dass Haare wachsen. Mehr sag ich nicht ;)

Bis dann

Martin

Dienstag, 23. September 2008

Veränderungen

Einen Monat bin ich jetzt schon hier... vieles hat sich für mich geändert und vieles wird sich im großen und im kleinen auch noch ändern. Einiges wird bleiben wie es ist und anderes wird einige Teile werden komplett umgestaltet.
Kleine Dinge ändern sich zurzeit in Tabgha: Zum einen wird sich die Mannschaft hier für vier Tage noch mal verkleinern. Basilius ist ja schon im Urlaub und auch Johannes und ich werden nach Jerusalem zu unseren Einführungstagen vom DVHL fahren. Die anderen Freiwilligen werden wir treffen und Erfahrungen austauschen. Am Freitag wird dann noch der Rest der Crew nachreisen und wir werden am Sonntag eventuell ans Tote Meer fahren. Ich werde dann später berichten.
Na und in Tabgha beginnen morgen erstmal kleine Arbeiten... Das Beleuchtungssystem wird komplett umgestaltet: Bruder Alexander (war mal Veranstaltungstechniker) hat sehr viele Idee für den Garten. Wir alle sind sehr gespannt und freuen uns über demnächst schön erleuchtete Nächte in Tabgha. Bäume werden von unten bestrahlt und Brücken mit grünen Neonleuchten ausgestattet... Abwarten ;)
Für mich kehrt hier ein wenig Alltagstrott ein. Zwar kommen jetzt Tage in Jerusalem, aber trotzdem sehne ich mich ein wenig nach der Abwechslung und den Leuten zu Hause. Es wäre ja auch komisch wenn das nicht so wäre...es ist eben gerade mal wieder so eine Phase. Gerade wenn man dann viel in der Presse von Kölner Demos und dem neuen Dreigestirn hört.
Bis in vier Tagen... Euer

Martin

Donnerstag, 18. September 2008

Wasser, Wasser, Wasser


Hey
,
Wasser - ich brauche Wasser. Wegen der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit muss man hier viel trinken, sehr viel trinken. Mehr als 3 Liter am Tag sind keine Seltenheit, wo man in Deutschland doch so mit einem Liter um die Runden gekommen ist.
Na und genau aus diesem Grunde gab es gestern wieder ein spannendes Ereignis. Uns wurde Wasser und Saft geliefert. Klingt erstmal gar nicht spannend, nur wenn man gleich 150 Kisten Wasser und 30 Kisten Saft bekommt ist das schon was anderes. Noch besser ist es dann, wenn der Lieferant abends um 9 Uhr vor dem Tor steht. Auch das ist in Israel normal - Pünktlichkeit wird nicht groß geschrieben. Für uns hieß es eben genau aus diesem Grund: Raus aus dem Fernsehesessel und ran Wasserkisten umladen. Anstrengend, aber wir hatten noch Glück... Letztes Jahr ist eine ganze Palette umgekippt und es mussten alle Flaschen einzeln aufgehoben werden.
Ansonsten ist unser Chef jetzt im Urlaub. Wir neuen Zivis müssen jetzt schauen, dass hier alles läuft. Es wird schon passen.
Also, es grüßt euch euer

Wasserträger

P.S. Am oberen Bildrand sieht man die Decke. So hoch ist hier das Wasser gestappelt und ich weiß, dass ich deswegen jedem gestern Abend das Wasser reichen konnte.

Dienstag, 16. September 2008

Mein Job und die Begegnungsstätte

viele haben mich schon genauer nach meiner Arbeit und meinem Tun gefragt. Was genau geschieht in Tabgha und was muss der Martin hier tun, wie sieht ein normaler Tag aus? Diesen Fragen werde ich hier mal ein bisschen Platz geben. Und Action:
Tabgha das ist der Ort der Brotvermehrung, ein Ort an dem geteilt wurde und auch immer noch geteilt wird. Von der grundsätzlichen Idee her, sollen Jugend- und Behindertengruppen aus Israel, Palästina und Deutschland hier hinkommen um vom gestressten Alltag Erholung zu finden. Zwei Wohnstätten stehen dafür zur Verfügung. Einmal vier große Zelte und das Beit Noah, eine Art Ferienhaus. Das Programm und die Versorgung gestalten die Gruppen auf ihre Art und Weise. Im Idealfall sind dann unterschiedliche Gruppen hier und diese begegnen sich beim plantschen im Pool. Araber treffen auf Juden, Juden auf Deutsche und Deutsche auf Araber. Die Begegnung steht voll im Vordergrund. Eine Begegnung die häufig nicht einfach ist. Und so kommt es dann, dass auch häufig deutsche Studiengänge hier hinkommen. Gerade in den Wintermonaten und in Fastenwochen ist das die Regel.
So und was hat nun der Martin damit zu tun? Meine Aufgabe besteht nicht darin, direkt mit den Gruppen zuarbeiten. Viel mehr sind wir Zivis für das Gelände, den eigenen Einkaufsladen und eben Dinge die die Unterkünfte betreffen verantwortlich. Wir machen den Garten wieder sauber, putzen die Häuser nach Besuchen, sorgen dafür, dass alle Blumen genug Wasser bekommen, Empfangen und Verabschieden unsere Gäste und stellen die Mülltonnen raus. Natürlich gibt es da noch mehr kleine Aufgaben... es fällt eben immer etwas an. So beginnt mein Tag also morgens um 7.30. Erst gibt es Essen und dann ist Storezeit. Es folgt eine Besprechung und dann wird bis fast 18 Uhr gearbeitet. Von 12 bis 14.30 ist Mittagspause und Ausruhen angesagt, bevor es dann nach einer kurzen Besprechung weiter geht. Abends sitzen wir dann meistens noch gemütlich zusammen und lassen den Tag ausklingen.

So, ich werde bestimmt mal noch weiter schreiben können... aber fürs erste soll es mal reichen.

P.S. Ich habe noch neue Fotos von einem sehr schönen Ausflug hochgestellt. Letzte Woche waren wir mit allen Freiwilligen in einer Schlucht wandern - Yehudiya

Freitag, 12. September 2008

Zwischen Ramadan und Neujahr

Wenn hier auf der Begegnungsstätte die Musik am Pool verstummt, nicht überall was los ist, der Store dauernd besucht wird und man plötzlich keine Juden und Araber mehr sieht - dann kann das nur einen Grund haben....
Die Muslime haben zurzeit einen Fastenmonat - den neunten ihres Mondkalenders, Ramadan. In dieser Zeit ist es für muslimische Gruppen nicht möglich bei uns zu übernachten. So muss dann die Musik am Pool verstummen und abendliche traditionelle Gesänge bleiben aus. Na und was machen die Juden in dieser Zeit? Sie sind schon schwer dabei ihr neues Jahr vorzubereiten. Am 30.9. beginnt 5769. In Jerusalem wird schwer was los sein... zwei Tage vorher werde ich auch dorthinfahren. Ich beginn gespannt was ich alles an Eindrücken einsammeln kann.
Naja und genau aus diesem Grund wird es hier in Tabgha eben ruhiger, die südliche Mentalität verlässt uns für diesen Monat... eine deutsche Gruppe aus Freiburg ist eben zu besuch und Anfang Oktober kommen dann die Kölner... Dank Neujahr wird es hier Kölsch. Ich bin ebenso auf diese Zeit, wie auf die jüdischen und muslimischen Tage in Jerusalem gespannt.

In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr oder guten Rosh - eben Rosh hashana